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Konfirmation – Stärkung durch Gottes Segen und das eigene »Ja« zur Taufe

Konfirmation

Die persönliche Stärkung durch den Segen Gottes und das eigene »Ja« zur Taufe sind das Zentrum der Konfirmation. Junge Menschen werden so auf ihrem Lebensweg ermutigt, der auch ein Weg unter dem Geleit Gottes ist. Zur Konfirmation gehört das Bekenntnis des Glaubens. Deshalb lernen die Jugendlichen in der Konfirmandenzeit zentrale Glaubensinhalte kennen und suchen gemeinsam nach dem, was dem eigenen Leben Halt gibt.

Die Konfirmandenzeit ist auch eine Zeit der besonderen Gemeinschaft, die auf Konfirmandenfahrten und verschiedenen Festen gelebt und gefeiert wird. Mit der Konfirmation erhalten die Jugendlichen das Recht, selbstständig am Abendmahl teilzunehmen, das Patenamt zu übernehmen, kirchlich zu heiraten und die Gemeindeleitung zu wählen.

Ablauf

Der Konfirmandenunterricht ist offen für alle Schülerinnen und Schüler ab Beginn der 7. Klasse – egal, ob getauft oder ungetauft, christlich erzogen oder einfach nur neugierig.

Gemeinsam mit den Jugendlichen erforschen wir das Christentum und die Grundlagen der Religion.

Es geht darum zu lernen, was christliche Gemeinschaft ausmacht, wie Gottesdienste gefeiert werden, was Abendmahl und Taufe, Gebet und Segen bedeuten und wie der eigene Glaube praktisch gelebt werden kann. Auch Themen aus dem Alltag der Jugendlichen kommen zur Sprache, um den wichtigen Lebensabschnitt junger Teenager zu begleiten und zusammen mit ihnen Orientierungspunkte zu finden.

Der Konfirmandenunterricht findet in der Regel wöchentlich mit einer Stunde statt. Dazu kommen Projekte, Konfirmandenwochenenden und ein Vorstellungsgottesdienst.

Die meisten Konfirmanden beenden den Unterricht mit der Konfirmation (nach ca. 1 ½ Jahren zu Pfingsten) in einem feierlichen Gottesdienst, in dem sich die Jugendlichen selbst zu ihrem Glauben bekennen. Die Konfirmation setzt die Taufe voraus – eine Entscheidung, die Jugendliche und Eltern gemeinsam treffen. Mit der Konfirmation werden die Jugendlichen zugleich Gemeindemitglieder mit allen Rechten und Pflichten – einschließlich der Wahl der kirchlichen Gremien.

Die Teilnahme am Konfirmandenunterricht ist unentgeltlich und auch ohne das Ziel von Taufe/Konfirmation möglich.

Wer einen Konfirmationsspruch sucht, kann auf folgender Seite fündig werden: konfispruch.de.

Weitere Information zur Konfirmation erhaltet Ihr hier: ekbo.de/konfirmation

Wenn Gott bei Instagram wäre…Predigt zur Konfirmation Pfingsten 2021

Liebe Gemeinde, bevor ich also meine Predigt beginne, gucke ich doch rasch auf mein Telefon….habe ich es auch lautlos gestellt? Habe ich eine neue Nachricht? Anruf? Mail? Hat jemand was gepostet? Instagram? Facebook, Tiktok, youtube, schnell noch alles checken….
Kennen Sie das auch? Ohne handy geht nichts mehr. Ohne handy fühlen wir uns nackt, leer, unvollständig. Mein Telefon wurde neulich schwarz und wollte nicht mehr…. Eine lange halbe Stunde.. und als es dann wieder ging war ich ehrlich erleichtert.
Wie nutzt ihr, liebe Konfis, wie nutzen Sie als Eltern das Telefon und wie Sie als Großeltern, Sie, liebe Gemeinde…. Sie telefonieren nicht nur. Was machen Sie alles damit? Und was schauen Sie nach? Was lesen Sie? Was schreiben Sie?  Was teilen Sie mit anderen? Und was nicht?
Wenn Gott bei Instagram wäre, was würde er heute am Konfirmationstag posten? Welche Bilder? Was würde er kurz schreiben?  Was würde Gott wollen, dass  wir es sehen oder lesen?
Stellen wir uns das heute einmal vor…
Ich sehe einen Post, der ist schon einige Tage  alt… er ist an die Eltern der Konfis gerichtet: Es ist ein paar Kinderschuhe auf dem Bild. Eure ersten Lauflernschuhe. Ihr Jugendlichen könnt euch sicher nicht mehr daran erinnern, ist ja auch ewig her. Aber ihr Eltern, hachja, ihr wisst es noch genau. Wie klein die waren.. Winzige Schuhe, es war nicht leicht, die Wilhelm, Maja, Aaron, Laura oder Jamie anzuziehen….aber irgendwie sahen sie mit den Schuhen schon so groß aus. Und als sie dann losliefen…wie süß und wacklig. Sie sind einfach aufgestanden und eigene Schritte gegangen. Zum Glück war da Ihre Hand ganz nah noch, zum Festhalten, zum Verschnaufen, zum Sicherheitgeben.
Können Sie sich noch an diesen Tag erinnern, als Euer Kind die ersten Schritte ging? War es im Sommer oder im Winter? Wer war dabei? Mit wem haben Sie darüber als erstes gesprochen  und was haben Sie zu Ihrem Kind gesagt?
Danke Gott, dass ich das Bild nochmal vor Augen hab. Es erinnert mich an einen besonderen Moment im Elternleben, der für etwas steht: für die Schritte der Kinder in die Welt: wie kostbar, wie lang das her ist und wie kurz. Und warum erinnere ich mich nicht öfter daran?
Oh, schon wieder was gepostet…diesmal an euch, liebe Konfis. 2 Bilder. Die Tür des Kindergartens und die Tür eurer ersten Schule….riesige Türen. Es musste jemand helfen Sie aufzumachen. Zu hoch die Klinke, zu schwer die Tür.  Was war dahinter? Habt Ihr Erinnerungen an die erste Schulzeit? Seid ihr gerne in die Schule gegangen. Hattet ihr Angst? Und was hat dagegen geholfen? Hattet ihr einen ersten Schulfreund, eine erste Schulfreundin? Saß die vielleicht neben euch? Welchen Geruch hatte die Schule? Welches war der allerschönte Moment in der Grundschulzeit? Und welche der aller blödeste? Und was werdet ihr später mal euren Kindern davon erzählen?
Das nächste Bild. Ach nein, einige Bilder…. Ich finde, Gott postet ziemlich viel:
Ich sehe lustige Bilder von Haustieren: Hamster, Katze, Hund, Kanarienvogel….. Schildkröte, keine Schildkröte?
Ich sehe auch Bilder von Kuscheltieren, von euerm Bett… Gott will uns auch daran erinnern: Momente von Krankheit,  eure Eltern haben sich gesorgt, saßen ewig an euerm Bett. Das Fieber wollte nicht runter gehen. Und dann der Morgen wo man wusste: jetzt wird es besser, jetzt kommen die Kräfte zurück. Danke Gott, dass Du die Kinder bewahrt hast, dass Du Heilung geschenkt hast…
Ein like für dieses Bild, ich hatte es fast vergessen, Gesundsein  ist nicht selbstverständlich….
Und weitere Bilder….
Ich sehe Bilder von euern Eltern, von den Großeltern, von Freunden….schön, sie zu sehen, Schnappschüssen…witzig. Aber nicht nur. Hin und wieder etwas ernster oder traurig…. Ich stelle mir vor, was die Menschen auf den Bildern sagen: lass uns nochmal reden, lass uns uns wieder versöhnen.
Wichtige Bilder, sagt Gott. Diesmal hat er einen kleinen Text drunter geschrieben: achte Deine Beziehungen zur Familie, zu den Mitmenschen, nicht nur achte auf sie, sondern achte sie überhaupt.
Na gut, schauen wir weiter.
Ich sehe  einen Post  von euerm Zimmer, euerm Schreibtisch….ihr könnt selber wählen: was würdet ihr davon zeigen? Dürfen andere da rauf schauen? Was erzählen eure Zimmer, eure Schreibtische von euch? Von euern hobbies, von der Musik, die ihr hört, den Büchern die ihr lest, falls ihr Bücher lest….naja, noch ne handyverpackung drauf oder ein laptop….oder doch ne Angelrolle, Sportsachen, einen Fußball oder ein Buch über Hühnerhaltung…wir leben ja hier auf dem Land.
Das Bild was Gott posten würde über eueren ganz privaten Bereich würde erzählen, was euch wichtig ist, womit ihr euch beschäftigt, worüber ihr nachdenkt…was euch Freude macht. Was euch hilft, wenn ihr alleine sein wollt, mal Ruhe braucht…. Ein wichtiges Bild.
So, wie das nächste auch, ah, von dem Bild hat Gott mehrere Varianten geschickt: es sind unsere Kirchen: Groß Schönebeck, der Kirchraum Eichhorst, die Kirchen in Klandorf und Zerpenschleuse…kennen wir, lieber Gott, kennen wir. Wir sind da nicht so oft, aber sie bedeuten uns etwas.
Ich möchte Gott fragen: Warum jetzt diese Bilder? Schlechtes Gewissen machen? Oder einfach einladen. Oder einfach sagen: fühlt euch eingeladen, ihr gehört dazu. Da ist euer Taufstein,  ein Stück kirchliche Heimat?  
Ich, als eure Pfarrerin, schaue etwas länger auf diese Bilder. Ich denke, dass es schade war, dass Corona so in eure Konfizeit gegrätscht ist….wir hätte sonst öfter zusammen sein können. Mehr miteinander erleben. Mehr reden können über den Glauben und welche Kraft er zum Leben schenken kann.
Ich poste zurück: ach Gott, sei stolz auf diese Jugendlichen, sie haben sich für die Konfirmation entschieden, die meisten anderen tun das nicht. Du siehst doch daran: Ihr Leben soll nicht ohne dich stattfinden, ohne Glauben ohne eine Gemeinde, eine Gemeinschaft….das ist unendlich viel, niemand, weiß dass besser als Du Gott, also bitte!
Und ich ein Bild von Klara und Emma-Luise sehe ich. Danke Gott, ein schönes Bild von den beiden, die zu unserer Konfigruppe dazugehörten und sich jetzt doch gegen die Konfirmation entschieden habe. Sie fehlen Dir, Gott? Mir fehlen sie auch. Schicke ihnen trotzdem deinen Segen, Gott.
Und gleich kommt ein schönes Wolkenbild zurück. Himmel, soweit man gucken kann…..Gottes Himmel. Ich fange bei Himmel gleich an zu träumen: ich denke daran, was mal sein wird. Auch mit euch? Wie geht es weiter für euch? Mit der Schule, nach der Schule…wohin werden eure Wege euch führen? Welche Beschäftigungen, welche Berufe werdet ihr haben….und ich geben zu, ich weiß was Gott meint, aber es ist echt noch ein Weilchen hin…bisschen unscharf das Himmelbild, aber es wird spannend sein, das Leben!
Und gleich daneben noch etwas: ein Salzstreuer, ein Leuchter…. Und ein Satz aus der Bibel:
Ich lese: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten. (Matth. 5,13-16)
Hm, was meint Gott damit? Ich liebe Salz, ich brauche Licht… zum Leben, alle brauchen das!
Eine Woche mal kein Salz essen, das …ginge gar nicht…und ohne Licht würden wir verkümmern, wie die Pflanzen.  
Diesen Satz hat Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern gesagt. Er meinte: geht jetzt in die Welt und lebt in meinem Sinne, in meinem Geist. Ihr seid mit eurem Glauben wie die Salzkörnchen, ihr seid zu schmecken, ohne euch würde etwas fehlen. Ihr bringt Würze, Geschmack, manchmal versalzt ihr auch und brennt, aber auch das ist wichtig! Es geht nicht ohne Salz, ohne Glauben, ohne einen Halt bei Gott. Und: leuchtet, stellt euer Licht nicht unter den Scheffel!  Seid die die ihr sein, denn so seid ihr wunderbar!  Ihr seid schön, habt eine Würde, habt Gaben, ihr seid etwas besonderes. Schenkt Wärme, macht das Dunkle hell, nicht nur für euch selbst. Denn auch andere Menschen sollen euch nicht gleichgültig sein!…. Mischt euch ein, wenn Unrecht geschieht. Macht den Mund auf, wenn andere gemobbt werden. Schützt diese Erde, bewahrt sie, sie ist so kostbar. Wie Salz und Licht sein…das könnt ihr und sollt ihr.
Und nun das letzte Bild… gerade eben gepostet…könnte von hier sein. Ein Regenbogen. Das ist das Zeichen Gottes. Kein Wunder bei dem Wetter. Und wieder ein kleiner Satz: Du bist gesegnet und du sollst ein Segen sein.
Ohja, danke Gott.  Genau darum sind wir heute hier. Wir bitten um deinen Segen, um Kraft und Stärkung für unsere Konfirmanden.  Danke Gott für den Segen und dass Du sie begleiten wirst auf ihren Wegen.

Amen.  

Sabine Müller, Pfingsten 2021

Letzte Änderung am: 16.06.2021